En Russie, le « Medvedevgate » embarrasse le Kremlin

Le Monde

Accusé de corruption, le premier ministre de Vladimir Poutine, avec qui il forme un duo au pouvoir depuis des années, chute dans les sondages.

La popularité de Dmitri Medvedev s’écroule. Pour la première fois, selon un sondage de l’Institut Levada publié mercredi 26 avril, 52 % des personnes interrogées ne « font plus confiance » au premier ministre russe, et près de la moitié, 45 %, se déclarent favorables à sa démission contre 33 % (plus de 20 % sont indécis). A un an de la présidentielle de mars 2018, l’image dégradée du deuxième personnage de l’Etat déséquilibre le duo qu’il forme depuis des années avec Vladimir Poutine. Un dilemme pour le Kremlin : maintenir M. Medvedev risque de nourrir le mécontentement, le remplacer serait perçu comme une victoire de l’opposition. Weiterlesen

Si on s’oppose au Kremlin, il faut payer

Tribune de Geneve

Exilé à Londres, l’oligarque déchu Andreï Borodine parle du système de pouvoir et de l’opposition russe

Tristan de Bourbon Londres

En exil au Royaume-Unidepuisun an et demi, Andreï Borodine brosse un portrait terrifiant du système qui gouverne son pays.

Que faites-vous à Londres?
J’ai quitté mon pays fin mars 2011 pour un week-end familial à l’occasion de l’anniversaire de ma fille. Je ne suis pas retourné dans mon pays depuis. J’étais devenu en quelques mois un ennemi du Kremlin et en particulier du premier ministre Dmitri Medvedev, car j’ai osé m’opposer avec un peu trop d’insistance à sa volonté. Weiterlesen

Putins Hintermänner oder die Neuauflage des Politbüros

NZZ.ch

Der russische Präsident Wladimir Putin (vierter von links) an einem Treffen der Beschäftigten der Kohleindustrie im Kreml.
Der russische Präsident Wladimir Putin (vierter von links) an einem Treffen der Beschäftigten der Kohleindustrie im Kreml. (Bild: Mikhail Klimentyev/Keystone)

 

Um Wladimir Putin schart sich ein enger Kreis einflussreicher, doch wenig bekannter Männer. Russische Politologen vergleichen die heutigen Machtstrukturen im Kreml mit denjenigen des Politbüros aus sowjetischer Zeit.
Doris Heimann, Moskau

Russlands Präsident Wladimir Putin hat ein informelles Gremium um sich aufgebaut, das ähnlich wie einst das Politbüro die eigentliche Zentrale der Macht bildet. Das sind Thesen aus einer Studie der russischen Politologen Jewgeni Mintschenko und Kyrill Petrow, die wegen ihrer Präzision in der russischen Öffentlichkeit für Aufsehen sorgt.

«Politbüro 2.0» – mit diesem griffigen Ausdruck beschreiben Mintschenko und Petrow die Neuauflage sowjetischer Strukturen unter Putin. Das einst vielbeschworene Tandem aus Wladimir Putin und Dmitri Medwedew habe ausgedient. Auch die sogenannte Vertikale der Macht sei nur eine Propagandaparole. Vielmehr handle es sich bei der russischen Obrigkeit um ein «Konglomerat aus Clans und Gruppen, die miteinander um die Ressourcen des Landes konkurrieren», heisst es. Gebildet wurde es im Laufe der vergangenen zwölf Jahre. Die Rolle Putins sei die des Schiedsrichters und Moderators. Zudem kontrolliere der Präsident die grossen Banken, alle langfristigen Gasverträge und den Energieriesen Gazprom. Weiterlesen

«Eigentum schlecht geschützt»

Finanz und Wirtschaft

Was vor kurzem noch als ausgemacht galt, ist durch die Parlamentswahl am Wochenende zumindest in Zweifel gezogen worden: die Wiederwahl Wladimir Putins als Präsident Russlands. Es wäre das zweite Mal nach den zwei vierjährigen Amtsperioden ab 2000. Die Aussicht auf nochmals acht Jahre unter Präsident Putin stösst, anders als damals, nicht mehr nur auf Freude. Weiterlesen

Der russische Staat als Unternehmen

NZZ Online

Die Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft als Ausdruck einer feudalistischen Struktur in der russischen Elite

Russland ist geprägt durch eine hohe Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft. Die nächste Generation der Bürokraten und Geschäftsleute steht schon bereit.
Gerald Hosp, Moskau

Andrei Borodin, der in Ungnade gefallene ehemalige CEO der Bank Moskwy (Bank of Moscow, BoM), teilt bis ganz nach oben aus: Der russische Präsident Dmitri Medwedew soll beim erzwungenen Verkauf der Anteile Borodins an der BoM die Finger im Spiel gehabt haben. Borodin will über einen Mittelsmann von Medwedew die Zusicherung erhalten haben, nach der Veräusserung der Anteile nicht von den russischen Behörden verfolgt zu werden. Es kam jedoch anders. Trotz Verkauf liessen die Behörden nicht locker, Borodin hält sich nicht mehr in Russland auf. Weiterlesen

«Ich zähle mich nicht zur Elite»

NZZ Online

Der ehemalige russische Banker Andrei Borodin erklärt seine Sicht der jüngsten Entwicklungen

Das Gespräch führte per Skype Gerald Hosp, Moskau

Herr Borodin, Ihr Interview mit einer russischen Zeitung hat für Aufsehen gesorgt. Präsident Medwedew soll demnach über einen Mittelsmann den Verkauf Ihrer Anteile an der Bank Moskwy erzwungen haben. Danach wurde von Moskau ein internationaler Haftbefehl gegen Sie beantragt. Ist das ein Zufall?
Nein, ich sehe einen 100%igen Zusammenhang zwischen dem Interview und dem Antrag der russischen Staatsanwaltschaft. Noch zur Interpretation: Ich habe gesagt, dass Herr Jusufow [der angebliche Mittelsmann; Anm. d. Red.] nach eigenen Aussagen von Präsident Med wedew mit diesem Deal beauf tragt und dabei unterstützt worden sei. Weiterlesen

Andrej Borodin kämpft um seine Ehre

von Florian Willershausen, Handelsblatt

Andrej Borodin, ehemaliger russischer Spitzenbanker, wehrt sich gegen Vorwürfe des Milliardenbetrugs.

Er steht vor den Trümmern seiner Existenz – und doch wirkt Andrej Borodin alles andere als resigniert oder zermürbt. Borodin kämpft – um seinen Ruf als erfolgreicher Spitzenbanker. Schließlich hat er binnen 15 Jahren mit der Bank of Moscow die fünftgrößte Bank in Russland aufgebaut. Doch seit sein Mentor, der einst mächtige Bürgermeister Moskaus, Jurij Luschkow, nicht mehr im Amt ist, häufen sich Vorwürfe und Ermittlungen gegen Borodin, die ihn jetzt ins Londoner Exil getrieben haben. So suchen ihn die russischen Behörden wegen angeblichen Milliardenbetrugs inzwischen per Interpol, in seinem Heimatland droht ihm eine Anklage. Weiterlesen

Von Machtspielen in Russland

Finanz und Wirtschaft

Das Schicksal der Bank of Moscow und ihres CEO Andrei Borodin, des Autors des nebenstehenden Artikels, erinnert an den Plot eines schlechten Hollywood-Streifens. Was hinter den Kulissen genau dazu geführt hat, dass der 43-jährige Borodin heute im Exil lebt und von den russischen Behörden wegen Missmanagement der Bank of Moscow gesucht wird, ist im Einzelnen nicht klar. «Finanz und Wirtschaft» versucht, die Ereignisse nachzuzeichnen. Die 1995 von der Stadt Moskau und ihrem Bürgermeister Juri Luschkow gegründete Bank of Moscow mauserte sich unter der Führung von Borodin, einem engen Vertrauten Luschkows, rasch zu einer der wichtigsten Banken Russlands. Auch während der Finanzkrise entwickelte sie sich gut und genoss das Vertrauen vieler Investoren aus dem Westen. Das mündete im Juli 2010 in einer Beteiligung von Goldman Sachs und Credit Suisse, die zusammen 6,6% der Aktien hielten. Alles schien rund zu laufen. Weiterlesen

Russisches Ränkespiel um die Kontrolle über Banken; Die Art und Weise der Sanierung der Bank of Moscow wirft viele Fragen auf

Gerald Hosp, Moskau Moskauer Betrugsvorwürfe Private Nutzniesser Unklare Rolle Jusufows Staatsbank in Opferrolle Schwächen der Aufsicht
Neue Zürcher Zeitung

Die grosse staatliche Finanzspritze für die russische Bank of Moscow ist weiterhin mit Fragezeichen versehen. Der ehemalige CEO wehrt sich gegen den Vorwurf des Kreditbetrugs. Der Bail-out belastet den Ruf des gesamten russischen Bankensektors.

Staatliche Unterstützung für eine in Not geratene Bank ist im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise keine Besonderheit. Die Vorfälle um die Finanzspritze für die russische Bank of Moscow (Bank Moskwy, BoM) tragen jedoch mehr die Züge eines Sittenbildes der wirtschaftlichen und politischen Elite Russlands als jene einer Hilfsaktion für eine aus den Fugen geratene Bankbilanz. Die russischen Behörden schnürten Anfang Juli zur Abwendung eines Bankrotts der angeschlagenen BoM ein Rettungspaket in der Höhe von 395 Mrd. Rbl. (11 Mrd. Fr.). Das war die bisher grösste Kapitalspritze in der russischen Bankenbranche. «Das Hilfspaket war nicht notwendig. Mit dem Bail-out wurden die Aktionäre des Instituts und nicht die Bank gerettet», sagt Andrei Borodin, der frühere CEO der Bank, im Gespräch mit dieser Zeitung an einem Ort, der nicht genannt werden soll. Weiterlesen