Stellungnahme von Andrej Borodin

Ich muss mich zu den jüngsten Behauptungen bezüglich der ‚Straftaten‘ äußern, die mir in den russischen Medien vorgeworfen werden. Wiederholt werden anonyme Quellen im Innenministerium der Russischen Föderation zitiert, die den Anschein erwecken, dass der Untersuchungsausschuss, der derzeit erste Ermittlungen bezüglich meines Verhaltens als Geschäftsführer der Bank of Moscow durchführt, angeblich behauptet hat, dass „nahezu alle Darlehen an Briefkastenfirmen auf Zypern vergeben wurden“, und meine Kollegen und ich „an Stelle der 63 Millionen US-Dollar, von denen bisher die Rede war“, nun „möglicherweise (?) wegen der illegalen Vergabe ungesicherter Darlehen in Höhe von mehr als 6 Milliarden US-Dollar angeklagt werden“ (Kommersant, 29. August 2011). Weiterlesen

Stellungnahme von Andrej Borodin

Die jüngsten Berichte in den russischen Medien, insbesondere die Berichte des staatlichen Fernsehsenders First Channel über die sogenannten Probleme der Bank of Moscow, haben mich in keinster Weise überrascht. Wir sollten uns vielmehr fragen, warum diese Behauptungen so beständig wiederholt werden und warum nun neue Drohungen ausgesprochen werden. Meiner Meinung nach ist die Antwort ganz einfach: Mein Rechtsteam in Moskau hat vor kurzem unentwegt schwierige Fragen bezüglich die fehlenden Gelder gestellt, die offenbar von der VTB an die Stadt Moskau für deren Aktienbeteiligung in Höhe von 46,5 % an der Bank of Moscow gezahlt wurden. Der Regierung fällt es schwer, diese Fragen zu beantworten. Vielleicht möchte auch jemand, statt Antworten auf diese Fragen zu finden, die Aufmerksamkeit der russischen Bürger von der Tatsache ablenken, dass diese Gelder noch nicht in den Haushalt der Stadt Moskau geflossen sind, indem neue unbegründete Behauptungen über die ehemalige Leitung der Bank of Moscow aufgestellt werden. Weiterlesen

Übernahme der Bank of Moscow durch die VTB

Die Lage der russischen Staatsbank VTB und der Bank of Moscow wird nach der Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an der Bank durch VTB Ende Februar von Tag zu Tag komplizierter. Die Handlungen und Stellungnahmen der Staatsbank werden immer widersprüchlicher. Die Position mag aus kommerzieller Sicht vielleicht unverständlich erscheinen, dies spiegelt jedoch die Tatsache wider, dass der Hauptbeweggrund hinter diesem Kontrollwechsel bei der Bank of Moscow auf politische Gründe zurückzuführen ist.
Diese Sichtweise wird in den jüngsten Medienberichten widergespiegelt, denen zufolge es Analysten internationaler Banken zunehmend schwer fällt, aussagekräftige Analysen über die Bank of Moscow zu erstellen, da diese durch den Geschäftsabschluss mit der VTB in „eine Grauzone der russischen Politik“ geraten ist. Weiterlesen

Brauchen Sie meinen Rat?

Denken wir doch mal an Anfang 2011 zurück, als sich die Bank of Moscow von ihren Konkurrenten dadurch unterschied, dass sie mit sehr positiven internationalen Ratings ausgezeichnet wurde und gerade einige äußerst renommierte internationale Banken wie zum Beispiel Goldman Sachs als Aktionäre gewonnen hatte. Sie führte ihre Geschäfte als vollwertige Geschäftsbank mit transparenten Kreditvergabeverfahren und einer starken sowie regelmäßig geprüften Bilanz. Die Bank of Moscow war eine äußerst anerkannte internationale Bank, deren Markenwert allein sich auf 1 Milliarde US-Dollar belief. Vor diesem Hintergrund erscheint der Gedanke, dass die Bank of Moscow seit der Übernahme durch die VTB nun mit finanziellen Mitteln unterstützt werden müsste, lächerlich.

Als ich die ersten Gerüchte über die unglaubliche Höhe der staatlichen Beihilfen hörte, die die VTB beantragt hatte, erinnerte ich mich plötzlich an eine Geschichte, die sich vor 12 Jahren ereignete, als die Bank of Moscow 1998 noch vor Ausbruch der Finanzkrise den Kauf eines Aktienpakets der ‚Mosbusinessbank‘ abwickelte, wodurch die Bank of Moscow die Mehrheitsbeteiligung an der ‚Mosbusinessbank‘ erworben hat.
Ich nahm im März 1998 die Verhandlungen auf und wir beabsichtigten keine überstürzte Kaufabwicklung, da es viele Fragen bezüglich der Qualität des Kreditportfolios der ‚Mosbusiness‘ zu klären galt. Andererseits benötigte unsere Bank dringend ein ausgebautes Filialnetz und den breiten Kundenstamm einer großen (die siebtgrößte Bank nach Vermögenswerten) Bundesbank, die die ‚Mosbusinessbank‘ zur Zeit der Sowjetunion als Teil des Staatsbanksystems der UdSSR gewesen war.
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Mein Beileid

Ich bin zutiefst betrübt darüber, in den heutigen Nachrichten erfahren zu haben, dass Dmitri Wladimirowitsch Maslow, der Generaldirektor von Investlesprom, gestern Nacht bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Dmitri Wladimirowitsch befand sich an Board des Flugzeugs, Typ Tu-134 der Fluggesellschaft ‚RusAir‘, das am 20. Juni um 23.40 nahe Petrosawodsk abgestürzt ist.

Alle, die Dmitri Wladimirowitsch kannten und liebten, werden ihn sehr vermissen. Ich möchte hiermit seiner Familie und seinen Freunden mein tief empfundenes Beileid aussprechen.

Bezüglich der jüngsten Entwicklungen bei der Bank of Moscow und SSG äußerte sich Andrej Borodin heute wie folgt:

„Gestern ist meine ehemalige erste Stellvertreterin, Ludmila Dawidowa, aus der Leitung der Bank of Moscow ausgetreten. Ludmila ist eine besonders ehrenwerte, fleißige und professionelle Geschäftsfrau. In den vergangenen sechs Monaten bewies sie, wie außergewöhnlich charakterfest und couragiert sie war – Eigenschaften, von denen die meisten meiner männlichen Kollegen nur träumen können. Ljuda, ich verbeuge mich vor dir! Vielen herzlichen Dank für unsere langjährige Zusammenarbeit!

Der Vorstand der Versicherungsgruppe Stolitschnaja beschloss, den Leiter des Konzerns zu entlassen. Jetzt wird das Unternehmen von einem Vertreter der VTB geführt. Für eine derartige Entscheidung sehe ich keinerlei Anlass. A. Sudakow hatte diese Position bereits inne und leistete wichtige Beiträge bei der Integration unterschiedlicher einzelner Versicherungsvermögenswerte und führte den Konzern durch die Finanzkrise. Den Mitarbeitern und Kunden des Unternehmens wurden noch nicht einmal Gründe für seine Entlassung genannt. Meinem Verständnis zufolge gab es dafür nur einen einzigen Grund: Sudakow weigerte sich, ‚ein T-Shirt mit dem Logo der russischen Staatsbank VTB‘ anzuziehen. Dies ist in der Tat ein gutes Beispiel dafür, wie hoch die Standards der Unternehmensführung sind.”

Reaktion auf den offenen Brief an den Vorsitzenden der VTB

In meinem offenen Brief an Andrej Kostin, dem Präsidenten der VTB, der in den meisten russischen Massenmedien am Montag veröffentlicht wurde, sagte ich voraus, dass die destruktive Haltung der Bank in den Verhandlungen mit den Unternehmen, die bei der Bank of Moscow Kredite aufnahmen, für die Regierung und die Steuerzahler mit hohen Kosten verbunden sein kann. Wie in der heutigen Ausgabe der ‚Wedomosti‘ zu lesen ist, lag ich mit meiner Prognose völlig richtig. Nach Angaben der russischen Tageszeitung bat die VTB die Regierung um Finanzhilfen in Höhe von 150 Milliarden Rubel für die vermeintliche ‚Beseitigung‘ der problematischen Darlehen der Bank of Moscow.

Als ehemaliger Präsident der Bank of Moscow, der die Bank 15 Jahre geleitet hat, erkläre ich nach bestem Wissen und Gewissen, dass es, als ich diese Organisation verließ, keine problematischen Darlehen gab, insbesondere nicht in dieser Höhe. Die Bank of Moscow ist immer eine solide und lukrative Bank gewesen und generierte über einen langen Zeitraum einen Gewinn von 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr. Alle Unternehmen, die Kredite bei der Bank of Moscow aufnahmen, sind in der Lage, ihre Verbindlichkeiten unter normalen Betriebsbedingungen selbständig zu begleichen.
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Offener Brief von Andrej Borodin an den Präsidenten der VTB, Andrej Kostin

Bezugnehmend auf seinen offenen Brief an Andrej Kostin, den Präsidenten der VTB, äußerte sich Andrej Borodin folgendermaßen:
„Ich habe mich dazu entschlossen, diesen Brief zu schreiben, weil ich es nicht nur für meine Pflicht gegenüber der Bank of Moscow hielt, die ich 15 Jahre geleitet habe, sondern auch für meine Pflicht gegenüber meinen ehemaligen Kunden. Bis vor kurzem führte eine Gruppe russischer und internationaler Investoren mit der VTB Gespräche über eine Herausgabe der Vermögenswerte an die Staatsbank, die mit von der Bank of Moscow vergebenen Darlehen erworben wurden. Einer unabhängigen Bewertung zufolge beträgt der Gesamtwert dieser Vermögenswerte 266 Milliarden Rubel, während sich der Gesamtwert der Verbindlichkeiten auf 217 Milliarden Rubel beläuft.

Plötzlich unterbrach die VTB jedoch die regelmäßigen Verhandlungen. Dies könnte zum Untergang der Unternehmen führen, die von der Bank of Moscow finanziert wurden, da eine erzwungene Abschreibung der Einnahmen anstelle einer regelmäßigen Schuldentilgung die Arbeit eines jeden Unternehmens stilllegen kann. Für Russland hätte dies den Verlust von Arbeitsplätzen sowie die Zunahme von Spannungen in der Bevölkerung in den Regionen zur Folge, in denen diese Unternehmen tätig sind.
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