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Stellungnahme von Andrej Borodin

Ich muss mich zu den jüngsten Behauptungen bezüglich der ‚Straftaten‘ äußern, die mir in den russischen Medien vorgeworfen werden. Wiederholt werden anonyme Quellen im Innenministerium der Russischen Föderation zitiert, die den Anschein erwecken, dass der Untersuchungsausschuss, der derzeit erste Ermittlungen bezüglich meines Verhaltens als Geschäftsführer der Bank of Moscow durchführt, angeblich behauptet hat, dass „nahezu alle Darlehen an Briefkastenfirmen auf Zypern vergeben wurden“, und meine Kollegen und ich „an Stelle der 63 Millionen US-Dollar, von denen bisher die Rede war“, nun „möglicherweise (?) wegen der illegalen Vergabe ungesicherter Darlehen in Höhe von mehr als 6 Milliarden US-Dollar angeklagt werden“ (Kommersant, 29. August 2011).

In den Gesetzen der Russischen Föderation ist eindeutig festgelegt, dass die Offenlegung von Informationen gegenüber den Medien oder anderen Dritten aus einem Ermittlungsverfahren nur mit der Zustimmung des Chefermittlers möglich ist. Jedoch kursieren in der Presse laufend unbegründete, aber dennoch schwerwiegende Behauptungen, die von Rechts wegen nicht offengelegt werden sollten, ohne jegliche Reaktion, jeglichen Widerruf oder eine offizielle Stellungnahme von Seiten des Ermittlungsteams. Dies beunruhigt und bedrückt mich sehr. Die Situation ist für uns alle wirklich sehr verwirrend, da sich die ‚Verbrechen‘ und möglichen Anklagepunkte von Woche zu Woche ändern. Tatsächlich haben mir jedoch die Behörden offiziell noch gar nichts vorgeworfen. Wäre dies der Fall gewesen, dann hätte ich zumindest auf dem Papier die Möglichkeit, diese Vorwürfe zu widerlegen.

Wieder einmal scheint es, dass es auf das richtige Timing ankommt! Die neuen Behauptungen und Anschuldigungen wurden innerhalb von weniger als einer Woche erhoben, seit ich sehr auffällig die Frage gestellt habe, warum die Einnahmen in Höhe von 103 Milliarden Rubel aus dem offensichtlichen Verkauf der sich im Besitz der Stadt befindlichen Aktien der Bank of Moscow an den staatlichen Monolith, die VTB, noch nicht in den Haushalt der Stadt Moskau geflossen sind. Diese ‚Transaktion‘, an die wir uns alle erinnern werden, ging der größten ‚Rettungsaktion‘ in der russischen Geschichte voran, die von der Leitung der VTB für eine Bank inszeniert wurde, die ihr nicht gehörte. Das ‚Rettungspaket‘, um das der Staat ersucht wurde, war etwa drei Mal so groß wie das ‚Loch‘, das die VTB laut eigener Aussage in den Buchhaltungsunterlagen der Bank of Moscow gefunden hatte. Trotz dieses ‚Lochs‘ musste im Rahmen dieser Rettung jedoch kein Beitrag durch die Aktionäre geleistet werden.
Wer hätte die Absicht, meinen Ruf schädigen, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von den wirklichen Missbräuchen und womöglich sogar Verbrechen abzulenken, die bei der Umsetzung einer politischen Entscheidung zur Änderung der Kontrollverhältnisse der „Bank of Moscow“ sowie zur der Übertragung der Bank in staatliche Hand begangen wurden? Wer verfügt über derartige Befugnisse und Bedürfnisse? Der Bürgermeister von Moskau? Der Präsident der VTB oder vielleicht sogar der Vorsitzende des Aufsichtsrates der VTB, der russische Finanzminister selbst?

Ich betrachte sämtliche Verleumdungen, Drohungen und Behauptungen als fortwährende Bemühungen, mich einzuschüchtern und so zum Schweigen zu bringen. Ich bedauere sehr, dass ich ihrem Wunsch nicht nachkommen kann, da ich weiß, dass die offensichtlichen Behauptungen falsch sind und man versucht, mich durch diese Behauptungen zu verleumden.