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Wie oft können sie dies noch ungestraft tun?

Blog von Wladimir Krasnow, Andrej Borodins Anwalt, auf der Website von „Echo Moskwy“

Gestern wurde die Medienwelt durch die „Neuigkeiten“ zu den jüngsten Anschuldigungen gegen meinen Klienten Andrej Borodin wachgerüttelt. Diesmal äußerte „eine Quelle der Strafverfolgungsbehörden der Hauptstadt [Russlands]” anonym ihre „Besorgnis“ über den „illegalen Verkauf von Aktienanteilen an der Estonian Credit Bank“. Dies kann man kaum noch eine Sensation nennen, da ja bereits vor einigen Monaten der gleiche „warnende Hinweis“ geliefert worden ist. Andrej Borodin hat sich selbst zu dieser Situation geäußert. Es scheint, als ob sich diese Nachricht selbst überlebt hat. Aber nein.

… Die Untersuchungen haben immer noch nichts ergeben, Andrej Borodin werden jedoch wieder neue Anschuldigungen vorgeworfen – nicht im juristischen Sinne, sondern öffentlich. Die Ermittler gestatten es sich selbst als Vertreter der öffentlichen Behörden mit einem Verstoß gegen die Verfassung der Russischen Föderation, in privaten Angelegenheiten einzugreifen… Wer sind diese „Experten”, die vor Verlesen der Anklageschrift die Rechtmäßigkeit bestimmter Handlungen rechtlich bewerten können und sogar über Schäden sprechen, die durch diese Handlungen entstanden sind? Und welche „Tatsache“ wurde vom Innenministerium der Russischen Föderation bestätigt?

… Scheinbar ist nun die Zeit verantwortungsloser Stellungnahmen vorüber. Es ist offensichtlich, dass all der Presserummel erforderlich war, um die Übernahme und die anschließende „Rettung“ der Bank of Moscow zu unterstützen. Dies führte dazu, dass die Öffentlichkeit von der „Notwendigkeit und Unvermeidbarkeit“ der beispiellosen Finanzspritze von Haushaltsgeldern in die Übernahme der Bank of Moscow durch die Staatsbank VTB überzeugt wurde.