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Stellungnahme von Andrej Borodin

Die jüngsten Berichte in den russischen Medien, insbesondere die Berichte des staatlichen Fernsehsenders First Channel über die sogenannten Probleme der Bank of Moscow, haben mich in keinster Weise überrascht. Wir sollten uns vielmehr fragen, warum diese Behauptungen so beständig wiederholt werden und warum nun neue Drohungen ausgesprochen werden. Meiner Meinung nach ist die Antwort ganz einfach: Mein Rechtsteam in Moskau hat vor kurzem unentwegt schwierige Fragen bezüglich die fehlenden Gelder gestellt, die offenbar von der VTB an die Stadt Moskau für deren Aktienbeteiligung in Höhe von 46,5 % an der Bank of Moscow gezahlt wurden. Der Regierung fällt es schwer, diese Fragen zu beantworten. Vielleicht möchte auch jemand, statt Antworten auf diese Fragen zu finden, die Aufmerksamkeit der russischen Bürger von der Tatsache ablenken, dass diese Gelder noch nicht in den Haushalt der Stadt Moskau geflossen sind, indem neue unbegründete Behauptungen über die ehemalige Leitung der Bank of Moscow aufgestellt werden.

Betrachten wir doch die Fakten: Fast sechs Monate, nachdem die Staatsbank VTB die zuvor im Besitz der Moskauer Stadtregierung befindliche Beteiligung in Höhe von 46,5 % an der Bank of Moscow erwarb, ist der für den Kauf dieser Aktien zu entrichtende Betrag unseres Wissens nach noch nicht auf den Konten der Stadt eingegangen und werden nun möglicherweise auf dem Korrespondenzkonto der VTB geparkt, die von diesen Geldern profitiert.

Dadurch hat die Stadt Moskau keinen Zugriff auf die 103 Milliarden Rubel, die ihr für den Verkauf ihrer Aktien der Bank of Moscow gezahlt wurden. Darüber hinaus erwirtschaftet sie keine Zinserträge aus diesen Geldern, die sich heute mittlerweile auf etwa 100 Millionen US-Dollar belaufen könnten.

Im April 2011 bat ich meinen Anwalt Michail Dolomanow einen Antrag mit der Bitte an die Staatsanwälte einzureichen, die Frage der im Haushalt der Stadt fehlenden Gelder zu untersuchen. Am 25. Juli reichte Dolomanow einen weiteren Antrag ein, diesmal mit der Bitte an den Generalstaatsanwalt, die Ermittlungen in dieser Angelegenheit persönlich zu überwachen. Trotz unserer Bemühungen sind in den vergangenen vier Monaten jedoch von den Strafverfolgungsbehörden keine ernsthaften Ermittlungsmaßnahmen durchgeführt worden.
Ist es nicht seltsam, dass sich niemand in der Moskauer Stadtregierung, russischen Regierung oder Staatsanwaltschaft Fragen bezüglich der im Haushalt der Stadt fehlenden Geldmittel stellt?