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Reaktion auf den offenen Brief an den Vorsitzenden der VTB

In meinem offenen Brief an Andrej Kostin, dem Präsidenten der VTB, der in den meisten russischen Massenmedien am Montag veröffentlicht wurde, sagte ich voraus, dass die destruktive Haltung der Bank in den Verhandlungen mit den Unternehmen, die bei der Bank of Moscow Kredite aufnahmen, für die Regierung und die Steuerzahler mit hohen Kosten verbunden sein kann. Wie in der heutigen Ausgabe der ‚Wedomosti‘ zu lesen ist, lag ich mit meiner Prognose völlig richtig. Nach Angaben der russischen Tageszeitung bat die VTB die Regierung um Finanzhilfen in Höhe von 150 Milliarden Rubel für die vermeintliche ‚Beseitigung‘ der problematischen Darlehen der Bank of Moscow.

Als ehemaliger Präsident der Bank of Moscow, der die Bank 15 Jahre geleitet hat, erkläre ich nach bestem Wissen und Gewissen, dass es, als ich diese Organisation verließ, keine problematischen Darlehen gab, insbesondere nicht in dieser Höhe. Die Bank of Moscow ist immer eine solide und lukrative Bank gewesen und generierte über einen langen Zeitraum einen Gewinn von 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr. Alle Unternehmen, die Kredite bei der Bank of Moscow aufnahmen, sind in der Lage, ihre Verbindlichkeiten unter normalen Betriebsbedingungen selbständig zu begleichen.

In diesem Zusammenhang kommt die Frage auf, warum die VTB staatliche Beihilfen beantragte, wenn doch die Bank diese Unterstützung von einem objektiven Standpunkt aus gesehen überhaupt nicht benötigt? Wer ist dann tatsächlich auf die Finanzhilfen angewiesen?

Ich bin zuversichtlich, dass der Staat den Wünschen der Leitung der VTB nicht nachkommen sollte. Bei dem Kauf der Bank of Moscow handelte es sich nach Aussagen der Leitung der VTB um ein Geschäft mit kommerziellem Hintergrund, das im Wesentlichen anhand von wirtschaftlichen Gesichtspunkten interessant ist. Geschäftsabschlüsse dieser Art sollten gründlich kalkuliert und die erworbenen Vermögenswerte sorgfältig geprüft werden. Genau dies war auch der Fall im März 2011, als der Verkauf der Bank of Moscow erfolgte.

Vielleicht waren die Käufer enttäuscht, dass die Bank of Moscow kein Sack voller Bargeld war, sondern ein Kreditinstitut, das über finanzielle Mittel und Vermögenswerte verfügt, die verwaltet werden müssen. Allerdings sollte genau dies ja ein Kreditinstitut dieser Größenordnung auszeichnen.

Die Leitung der VTB trat in die Verhandlungen über den Verkauf der Bank of Moscow mit klarem Verstand und einer gewissen Bestimmtheit ein. Wenn zwei Monate nach dem Kauf nun also staatliche Beihilfen in einer Höhe benötigt werden, die den für die Bank of Moscow geleisteten Kaufpreis übersteigt, dann ist dies in erster Linie Ausdruck der Kompetenz der neuen Leitung der VTB.