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Die Geschichte wiederholt sich…

Es scheint, als ob es sich die ‚Friedensstifter‘ der Familie Jussufow wieder einmal zum Ziel gesetzt hätten, ihre Vielzahl an Vermögenswerten noch weiter auszubauen. Dieses Mal entschloss sich das Oberhaupt der Familie, Igor Jussufow, ein ehemaliger Energieminister, Aktienanteile am Flughafen Domodedowo zu erwerben. Igor Jussufow, der dem Kreml seit den Zeiten Boris Jelzins nahestand, diente 2001 unter der Putin-Regierung als Energieminister Russlands. Bis vor kurzem war er Präsident Dmitri Medwedews Sonderbotschafter für energiepolitische Zusammenarbeit und scheint dem Kreml auch noch nach seinem Rücktritt nahezustehen. In letzter Zeit wurde viel über Jussufows ‚friedensstiftende‘ Fähigkeiten und sein Talent berichtet, Konflikte zu lösen und daraus Vorteile für sich selbst zu ziehen.

Laut Angaben eines Artikels, der in der vergangenen Woche in der Zeitung ‚Wedomosti‘, veröffentlicht wurde, möchte Igor Jussufow nun wie sein Sohn Witali am Geschäftsleben teilnehmen. Der Flughafen Domodedowo, Russlands größter internationaler Flughafen, ist sicher eine hervorragende Investition. Allerdings gab es in der letzten Zeit auch einige Probleme. So machte Igor Jussufow schnell die andauernde Schmuggelproblematik am Flughafen Domodedowo, den jüngsten Terroranschlag auf den Flughafen und die daraus entstehenden Schwierigkeiten mit der russischen Regierung, Staatsanwaltschaft und anderen Regierungsinstanzen als Schwachpunkte des Flughafens aus, die den tatsächlichen Wert des Vermögenswertes erheblich verringern und so für Igor Jussufow von Vorteil sein könnten.

Es ist also nicht verwunderlich, dass es nicht allzu lange dauerte, bis Jussufow an die Türen der Eigentümer des Flughafens klopfte. Igor Jussufow bietet den Eigentümern etwa 1 Milliarde US-Dollar für eine Kontrollbeteiligung, während sich der Wert des Flughafens Domodedowo jedoch laut Schätzungen, die vor dem geplanten Börsengang von Domodedowo an der Londoner Börse vorgenommen wurden, unter Umständen auf zwischen 3,5 und 7,5 Milliarden US-Dollar beläuft.

Offenbar steht Jussufow all die Regierungsunterstützung zur Verfügung, die er benötigt. In einem kürzlich in der russischen Zeitung Kommersant veröffentlichten Artikel hieß es, dass Igor Jussufow möglicherweise von einer Staatsbank wie der VTB einen Kredit erhalte, falls er nicht über ausreichend eigene Mittel verfüge, um eine Kontrollbeteiligung zu erwerben.

Die Art und Weise, wie dieses Geschäft abgeschlossen wird, wirft einige Fragen auf und es fällt schwer, keine Parallelen zu dem Verkauf der Bank of Moscow zu ziehen. Eine dieser Fragen lautet: Welche Interessen vertritt Igor Jussufow in diesen Geschäften? Viele können sich nämlich nur schwer vorstellen, dass er ausschließlich in eigenem Interesse handelt.

Lesen Sie hier Artikel aus den russischen Zeitungen Wedomosti und Kommersant, um mehr über den möglichen Verkauf der Domodedowo-Aktien und die Beteiligung von Igor Jussufow zu erfahren.

Eine aktuelle Analyse der Situation des Flughafens Domodedowo erhalten Sie in diesem Artikel aus dem Magazin Profile.